Gustav Meister
Das Rad neu erfunden:
Gustav Meister, der Wegbereiter zwischen Tradition und Moderne
1938 übernimmt der gelernte Mühlenbauer das Unternehmen des Vaters und führt es bis zum Kriegsanfang weiter. Während des Zweiten Weltkriegs steht der Betrieb still, danach boomt das Gewerbe noch einmal stark, da viele Mühlen in der Nachkriegszeit wieder aufgebaut werden müssen.
Mit der Unterstützung eines Verwandten, Albert Knieb, erweitert Gustav Meister das Produktionsprogramm um Getreidereinigungsmaschinen. Anfang der 50er-Jahre sinkt jedoch die Nachfrage aufgrund eines Gesetzes, das Mühlenbetrieben bei Stilllegung eine Abfindung verspricht. Gustav Meister ist klar: Um die Zukunft zum Vorteil der Firma zu gestalten, muss er das (Mühlen-)Rad neu erfinden.
Weitsichtig beschließt er gemeinsam mit seinem Sohn Hans-Christian, die bisher zum Einbau in die Reinigungsgeräte bestellten Drahtsiebe selbst herzustellen. Arbeitskräfte wie Schlosser und Dreher gibt es bereits im Betrieb, so dass dem
Bau des ersten eigenen Webstuhls nichts im Wege steht. Außerdem wird in eine Kröpfmaschine investiert und die Anfertigung der ersten Industriesiebe beginnt.
Gustav Meister gelingt das Kunststück, zwischen Tradition und Moderne eine Brücke zu bauen: Er nutzt das ihm überlieferte Fachwissen und gleichzeitig orientiert er sich am Markt der Zukunft. Mut auf der Basis von Erfahrung – das...






